aktuell produkte services kontakt downloads shop

      
Aktuelle News
Interne News
Seminartermine
Jobs
Hausmessen
Newsletter
  Aktuelle News

 

Berlin setzt auf Green IT

 

 

Öffentliche Institutionen stehen in der aktuellen Debatte um umwelt-verträgliche und energieeffiziente IT vor einer besonderen Heraus-forderung. Sie müssen mit den öffentlichen Mitteln haushalten und die Umweltressourcen schonen. Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) steht den Behörden der Hauptstadtverwaltung als zentraler IT-Dienstleister hilfreich zur Seite. Als Betreiber eines eigenen Rechenzentrums geht der IT-Dienstleister beim Thema Green IT mit gutem Beispiel voran.

 

Auf Basis der Evaluierung wird ein Maßnahmenkatalog mit den Zielen den Energieverbrauch zu reduzieren und somit die CO²-Bilanz des ITDZ Berlin zu verbessern erarbeitet. Zudem wird eine Klimaschutzvereinbarung mit der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz beschlossen. Erste Erfolge bei der Verringerung von CO²-Emissionen kann das ITDZ Berlin bereits heute vorweisen.


Größte Einsparpotenziale im Rechenzentrum

Das größte Energiesparpotenzial bei der IT-Infrastruktur bieten Server-Räume und Rechenzentren. Besonders im Kühlsystem kann effizient der Energieverbrauch verringert werden. Das neue Kühlsystem im Data Center des ITDZ Berlin arbeitet - soweit möglich - mit freier Kühlung. ITDZ setzt die Kühlanlage erst dann ein, wenn die Außentemperatur 12 Grad Celsius überschreitet. Unterhalb dieses Wertes wird größtenteils durch den Austausch mit der Außenluft gekühlt. Da momentan das Rechenzentrum erheblich ausgebaut wird, sind direkte Vergleiche des Stromverbrauchs zwar nicht stimmig. Fest steht jedoch, dass der Energieverbrauch des Kühlsystems um rund 35 Prozent gegenüber der bisher verwendeten konventionellen Klimaanlage gesenkt werden konnte.

Konsolidierung von Servern durch Virtualisierung

Bereits 2006 hatte das ITDZ Berlin damit begonnen, Systeme, bei denen es absehbar war, dass sie den Standardserver nicht ausnutzen würden, virtuell anzulegen. Heute laufen 114 virtuelle Maschinen auf fünf Host Servern. Damit werden mehr als fünfzehn Kilowattstunden pro Stunde eingespart. Weniger Energie für die Server bedeutet auch eine Verminderung der Abwärme und des Energieaufwands für die Klimatechnik.

Blade Server und eingehauste Warmgänge

Bei der Modernisierung seines Data Centers setzt das ITDZ Berlin bei Neuanschaffungen auf energieeffiziente Technologien wie Blade Server. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass mehrere Server neben- oder übereinander in einem Baugruppenträger angeordnet sind. Alle Server werden über die Belüftung an der Rückseite des Gehäuses und somit nicht einzeln über einen gesonderten Lüfter gekühlt. Der Austausch konventioneller Server durch Blades führt zu einer Energieersparnis von rund 50 Prozent. Und zu erheblicher Platzersparnis: Rund 60 Server kann das ITDZ Berlin in einem Träger komprimieren.

Bei der Ausweiterung der Server-Kapazitäten setzte das ITDZ Berlin zudem auf eingehauste Warmgänge. Denn viel Kühlungsaufwand entsteht durch ungünstig aufgestellte Server Racks: Durchmischte Warm- und Kaltluft ist die Folge. In den Server-Räumen neueren Datums wird die warme Abluft in einen geschlossenen Kubus geleitet und dort zentral gekühlt. Das bedeutet, dass die Wärme nur minimal in den Aufstellungsraum entweicht. Dies entlastet die Klimatisierungsinfrastruktur im Rechenzentrum deutlich.

Arbeitsplatz: PC oder Thin Client

Das ITDZ Berlin hat mit der Berliner Firma online Datensysteme den Prototyp eines "grünen Arbeitsplatzes" entwickelt, der trotz seiner hohen Performance die Kriterien des Blauen Engels erfüllt. Zukünftig soll die Berliner Verwaltung mit diesem Angebot den durchschnittlichen Stromverbrauch pro Arbeitsplatz um rund ein Viertel senken können.

Eine Alternative zum energieeffizienten Arbeitsrechner bieten Thin Clients. Bei dieser Lösung stellt ein zentraler Terminal-Server alle relevanten Daten und die Software für jeden Arbeitsplatz bereit. Zudem verursachen Thin Clients im Vergleich zum PC nur rund ein Zehntel der Abfallmenge, was einen weiteren wichtigen Umweltaspekt darstellt.
Das ITDZ Berlin bietet der Berliner Verwaltung eine Terminal-Server-Lösung an, mit der die Verwaltungsmitarbeiter ihren Rechnerarbeitsplatz auf einen Thin Clients umstellen können. Die rund 3.500 Mitarbeitenden in der Berliner Justiz und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport nutzen zurzeit die angebotene Terminal-Lösung. Thin Clients verbrauchen durchschnittliche 25 Watt und somit  ungefähr 60 Watt weniger als ein regulärer PC- Arbeitsplatz. Die so entstandene Kohlendioxid-Ersparnis von 243 Tonnen und die Kostenersparnis von 58.000 Euro im Jahr sind dabei noch vergleichsweise gering. Das Rechenbeispiel geht von einer Nutzungsdauer von acht Stunden am Tag und 230 Tagen im Jahr aus. Mit dem vom ITDZ Berlin für den Sommer 2009 angestrebten Rahmenvertrag für Thin Clients mit einem Verbrauch unter acht Watt rechnet sich diese Investition bereits mittelfristig. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport Berlin rüstete mit dem ITDZ Berlin unlängst 380 Arbeitsplätze auf Thin Clients mit einem Verbrauch von fünf Watt um.

Green IT lohnt sich

Fazit von Konrad Kandziora, Vorstand des ITDZ Berlin: "Uns ist bewusst, dass sich Investitionen in umweltfreundliche und energieeffiziente IT häufig erst mittel- oder längerfristig rechen. Der Kostenersparnis stehen schließlich auch Anschaffungskosten gegenüber". Er betont: "Wenn jedoch die Energiekosten weiterhin steigen, ist eine Ausrichtung der IT-Infrastruktur  auf energieeffiziente Geräte unausweichlich. Der Umweltgedanke bietet auch die Chance, innovative Lösungen zu entwickeln und zu vermarkten, die helfen den Energieverbrauch nachhaltig zu drosseln und die Kosten der öffentlichen Hand spürbar zu senken".

 

multimatic, Ihr USV Spezialist

07.04.2009